Photovoltaik Schweiz 2026: Lohnt sich Solar noch?
1333 Megawatt: So viel Photovoltaik wurde 2025 in der Schweiz zugebaut. Photovoltaik Schweiz ist damit ein Markt im Umbruch. Das sind 26 % weniger als die 1800 Megawatt im Jahr 2024 und der erste Rückgang seit 2017 (Swissolar, Statistik Sonnenenergie 2025). Heisst das, dass sich Photovoltaik in der Schweiz nicht mehr lohnt? Im Gegenteil. Der Markt wird nur anspruchsvoller. Wer jetzt plant, rechnet genauer und profitiert stärker.
Kurz gesagt: Solarstrom deckt bereits 13,71 % des Schweizer Stromverbrauchs. Der Boom hat sich verlagert, von der reinen Dachanlage hin zum Gesamtsystem aus Solar, Speicher und Wärmepumpe.
Photovoltaik Schweiz 2025: Die Zahlen auf einen Blick
Die offizielle Statistik zeigt einen Markt, der reifer wird. Das sind die wichtigsten Kennzahlen:
9498,6 Megawatt: Die gesamte installierte Leistung in der Schweiz. Das entspricht 338'270 Anlagen (Swissolar, Statistik Sonnenenergie 2025).
13,71 %: So viel des inländischen Stromverbrauchs deckte Solarstrom im Jahr 2025. Swissolar erwartet für 2026 rund 17 % des Netto-Stromverbrauchs.
+70 %: So stark stieg die verkaufte Speicherkapazität bei Lithium-Ionen-Batterien, von 287'400 auf 490'070 Kilowattstunden.
12,7 Kilowattstunden: Die durchschnittliche Grösse eines Heimspeichers in Einfamilienhäusern. Insgesamt wurden 24'345 solche Systeme verkauft.
Die Botschaft dahinter: Weniger neue Dächer, dafür mehr Speicher. Eigenverbrauch ist wichtiger geworden als die reine Einspeisung.
Warum der Zubau sinkt und was das für Hausbesitzer heisst
Swissolar spricht von Verunsicherung bei der Energie- und Strompolitik des Bundes. Dazu kommen niedrigere Einspeisevergütungen. Die Mindestvergütung liegt laut Bundesamt für Energie bei rund 6 Rappen pro Kilowattstunde für Kleinanlagen bis 30 Kilowatt.
Für Hausbesitzer: Strom, den Sie selbst nutzen, ist deutlich mehr wert als Strom, den Sie einspeisen. Die Anlage sollte auf Ihren Verbrauch ausgelegt sein, nicht auf die maximal mögliche Dachfläche.
Für Investoren und Vermieter: Mit Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) lässt sich Solarstrom an Mieter weitergeben. So steigt der Eigenverbrauch und die Rendite der Anlage.
Solar und Wärmepumpe: Das stärkste Duo
Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen zeigt, wohin die Reise geht. 2025 wurden damit 20'097 Öl-, Gas- oder Elektroheizungen ersetzt, in 82 % der Fälle durch eine Wärmepumpe. Insgesamt flossen 636,4 Millionen Franken an Fördergeldern, inklusive Impulsprogramm (Bundesamt für Energie und Kantone, Medienmitteilung vom 25. August 2026).
Eine Wärmepumpe braucht Strom. Eine Photovoltaikanlage liefert ihn direkt vom eigenen Dach. Zusammen sinkt der Strombezug aus dem Netz und mit ihm Ihre CO2-Bilanz. Gebäude verursachen in der Schweiz knapp 40 % des Energieverbrauchs und rund einen Viertel der CO2-Emissionen.
Negative Strompreise: Warum Eigenverbrauch immer wichtiger wird
Wenn viele Anlagen gleichzeitig produzieren, fällt der Börsenpreis. Die Zahl der Stunden mit negativen Preisen am Day-ahead-Markt stieg von unter 100 im Jahr 2023 auf rund 300 im Jahr 2025 (pv magazine, April 2026). Wer dann einspeist, verdient wenig oder nichts.
Mittags ist Solarstrom im Überfluss da. Abends, wenn Sie kochen und heizen, fehlt er. Ein Speicher verschiebt den Strom genau dorthin.
93'500 Speichersysteme sind in der Schweiz bereits installiert. Die Kapazität wuchs 2025 von 0,884 auf 1,38 Gigawattstunden (Swissolar).
20 bis 60 % weniger Netzausbau: So hoch schätzt das Bundesamt für Energie das Einsparpotenzial, wenn Anlagen und Speicher netzdienlich arbeiten.
Photovoltaik Schweiz für Investoren: Mehr als ein Dach voller Module
Für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern und Renditeliegenschaften ändert sich die Rechnung. Die Anlage ist keine reine Stromquelle mehr, sondern ein Teil der Gesamtstrategie für das Gebäude.
Mieterstrom: Über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch kaufen Mieter den Solarstrom vom eigenen Dach. Das verbessert die Auslastung der Anlage.
Wertentwicklung: Ein erneuertes Dach mit Solaranlage und moderner Heizung verbessert die Energiebilanz und damit die Vermietbarkeit.
Planbare Kosten: Wer Dach, Photovoltaik und Heizung in einer Etappe saniert, vermeidet doppelte Gerüst- und Planungskosten.
Typische Fehler bei der Solarplanung
In der Praxis sehen wir bei Projekten immer wieder dieselben Stolpersteine. Sie lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden:
Anlage zu gross oder zu klein dimensioniert: Ohne Verbrauchsanalyse wird entweder zu viel eingespeist oder Potenzial verschenkt.
Fördertermine verpasst: Wer mit dem Bau beginnt, bevor die Förderzusage vorliegt, verliert je nach Programm den Anspruch. Ein Beispiel ist das Förderprogramm Energie im Kanton Zürich, das 2026 unverändert weiterläuft (Kanton Zürich, Oktober 2025).
Dachzustand ignoriert: Eine Anlage ist auf viele Jahre ausgelegt. Ein Dach, das bald saniert werden muss, verursacht doppelte Kosten für Demontage und Montage.
Statik und Brandschutz vergessen: Gewicht, Befestigung und Abstände gehören zur Planung, nicht zur Nachbesserung.
5 Tipps: So lohnt sich Ihre Photovoltaikanlage
Verbrauch zuerst messen. Lassen Sie Ihren Jahresverbrauch und das Lastprofil prüfen, bevor Sie die Anlagengrösse festlegen.
Speicher mitplanen. Der Trend ist klar: Die Speichernachfrage wächst um 70 %. Planen Sie Leitungen und Platz auch dann ein, wenn der Speicher erst später kommt.
Förderung vor Baubeginn klären. Einmalvergütung und kantonale Förderprogramme müssen meist vor dem Start beantragt werden. Prüfen Sie die Regeln Ihres Kantons.
Bewilligung abklären. Je nach Kanton und Gemeinde gilt für Dachanlagen ein Meldeverfahren oder ein Baugesuch. Bei Denkmal- oder Schutzzonen gelten Sonderregeln.
Dach und Heizung gemeinsam denken. Steht eine Dachsanierung oder ein Heizungsersatz an, sparen Sie Gerüst- und Planungskosten, wenn Sie alles in einem Projekt bündeln.
Fazit: Photovoltaik Schweiz lohnt sich weiter, aber mit Plan
Der Zubau ist 2025 gesunken, der Nutzen für Sie nicht. Mit 13,71 % Solarstromanteil, wachsenden Speichern und 636,4 Millionen Franken Fördergeldern im Gebäudebereich bleibt die Ausgangslage gut. Entscheidend ist ein sauber geplantes Gesamtkonzept.
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Quellen: Swissolar, Statistik Sonnenenergie 2025 (via pv magazine, 10. Juli 2026); Bundesamt für Energie und Kantone, Das Gebäudeprogramm 2025 (admin.ch, 25. August 2026).
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