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Wohntrends Schweiz 2026: 5 Konzepte, die sich lohnen

vor 5 Tagen
4 Min. Lesezeit

46,6 Quadratmeter Wohnfläche pro Person, und seit 2021 kein Wachstum mehr. Diese Zahl aus der Gebäude- und Wohnungsstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS, Erhebung 2024) markiert eine Zäsur. Nach Jahrzehnten, in denen Schweizer Wohnungen immer grösser wurden, stagniert die Fläche.

Für Eigentümer heisst das: Der Mehrwert entsteht 2026 nicht mehr durch zusätzliche Quadratmeter, sondern durch bessere Nutzung der vorhandenen. Genau das prägt die Wohntrends Schweiz 2026.

Hier sind die fünf Konzepte, die aktuell am stärksten nachgefragt werden: mit Zahlen, Kostenrahmen und konkreten Handlungsempfehlungen für private Hausbesitzer und Vermieter.

Wer heute wohnt, und was das für Umbauten bedeutet

Bevor es um Trends geht, lohnt ein Blick auf die Haushaltsstruktur. Sie erklärt, warum bestimmte Umbauten gerade jetzt gefragt sind.

  • +21 Prozent Einpersonenhaushalte zwischen 2014 und 2024. Sie sind die am stärksten wachsende Haushaltsform der Schweiz (BFS). Kleinere Haushalte brauchen keine grösseren Wohnungen, sondern klügere Grundrisse.

  • 55 Prozent aller bewohnten Einfamilienhäuser beherbergen höchstens zwei Personen (BFS, Gebäude- und Wohnungsstatistik 2024). Ein erheblicher Teil des Schweizer Eigenheimbestands ist damit unterbelegt. Das ist ein starkes Argument für Umnutzung statt Neubau.

  • 1,5 Millionen Einpersonenhaushalte im Jahr 2025, Prognose 1,9 Millionen bis 2055 (BFS-Szenarien). Wer heute umbaut, sollte für diese Entwicklung planen.

  • 43 Prozent der Erwerbstätigen können grundsätzlich im Homeoffice arbeiten (Immo-Barometer von Wüest Partner, SVIT Schweiz und HEV Schweiz). Ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr: Der Arbeitsplatz in der Wohnung bleibt.

Trend 1: Das barrierearme Bad wird zum Standard

Das Bad ist 2026 der meistrenovierte Raum der Schweiz, und die bodenebene Dusche der klarste Einzeltrend.

  • Rund 70 Prozent aller neu eingebauten Duschen sind bodeneben. Was vor zehn Jahren als Sonderlösung galt, ist heute die Regelausführung.

  • 75 Prozent der Befragten wünschen sich eine bodenebene Dusche, gefolgt von hellem Ambiente (68 Prozent) und mehr Platz (62 Prozent).

  • CHF 2'000 bis 4'500 pro Quadratmeter ist der übliche Kostenrahmen für eine Badrenovation in der Schweiz. Für ein 12-m²-Bad ergibt das rund CHF 24'000 bis 54'000, je nach Ausbaustandard und Leitungsführung.

Der Grund für den Boom ist nicht nur Ästhetik: Ein schwellenloses Bad ist die einzige Massnahme, die ein Haus gleichzeitig altersgerecht und verkaufsattraktiv macht. Für Vermieter reduziert sie zudem das Haftungsrisiko bei Stürzen.

Trend 2: Smart Home wird vom Gadget zum Kostenhebel

Smart Home hat in der Schweiz die Nische verlassen.

  • Rund 1,9 Millionen Schweizer Haushalte nutzten 2025 Smart-Home-Anwendungen (Statista Digital Market Outlook). Das ist inzwischen ein substanzieller Teil aller Haushalte.

  • Heizungssteuerung, Sicherheitstechnik und intelligente Beleuchtung sind die drei nachgefragtesten Kategorien, in dieser Reihenfolge.

  • Der Markt teilt sich in zwei Segmente. Eigentümer investieren zunehmend in fest verbaute Gebäudeautomation. Mieter und Vermieter setzen auf nachrüstbare Geräte ohne Eingriff in die Bausubstanz, die sich rückstandslos entfernen lassen.

Für Investoren ist die Rechnung nüchtern: Eine automatisierte Heizungssteuerung senkt die Nebenkosten messbar und ist eines der wenigen Ausstattungsmerkmale, das sich bei Neuvermietung direkt kommunizieren lässt.

Trend 3: Flexible Grundrisse statt mehr Fläche

Weil die Fläche pro Person nicht mehr wächst, verlagert sich der Wettbewerb auf die Raumqualität.

  • 53,9 Prozent der Homeoffice-Nutzenden arbeiten ein bis zwei Tage pro Woche zu Hause (Immo-Barometer). Ein permanenter, abschliessbarer Arbeitsraum ist für die meisten unnötig. Ein abtrennbarer Bereich dagegen sehr wohl.

  • Schiebe- und Faltelemente statt fester Wände erlauben es, denselben Raum morgens als Büro und abends als Wohnzimmer zu nutzen.

  • Schallschutz wird zum Entscheidungskriterium. Die Norm SIA 181 definiert die Mindestanforderungen; bei Umbauten im Bestand lohnt es sich, deutlich darüber zu planen.

Trend 4: Energetische Sanierung als Wertfaktor

Die Nachfrage nach energetischen Sanierungen ist 2026 weniger ökologisch als wirtschaftlich getrieben.

  • Der GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) ist das etablierte Instrument, um den Ist-Zustand zu bewerten. Er ist in mehreren Kantonen beim Handwechsel oder bei Heizungsersatz obligatorisch.

  • Das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen fördert Gebäudehülle, Heizungsersatz und Gesamtsanierungen. Die Beitragshöhe ist kantonal geregelt. Ein Blick auf das Förderportal des Wohnkantons vor Projektstart ist Pflicht.

  • Die Reihenfolge entscheidet über die Wirtschaftlichkeit: zuerst Gebäudehülle (Fenster, Dach, Fassade), dann Heizungsersatz. Wer die Wärmepumpe vor der Dämmung bestellt, dimensioniert sie fast immer zu gross.

Trend 5: Die Küche als Wohnraum, und wann sich eine Teilrenovation lohnt

Offene Küchen sind kein Trend mehr, sondern Ausgangslage. Die relevante Frage 2026 lautet: Teilrenovation oder Ersatz?

  • CHF 5'000 bis 15'000 für eine Teilrenovation ist realistisch, wenn die Korpusse intakt sind und der Grundriss funktioniert: neue Fronten, Arbeitsplatte, Armatur.

  • Ab rund 20 Jahren Alter ist ein Ersatz meist wirtschaftlicher, besonders wenn Korpusse beschädigt sind oder der Grundriss geändert werden soll.

  • Der Grundriss ist der teuerste Eingriff. Werden Wasser- und Elektroanschlüsse verschoben, steigen die Kosten überproportional. Das ist der Punkt, an dem eine saubere Planung am meisten spart.

Wohntrends Schweiz 2026 umsetzen: 5 konkrete Empfehlungen

  1. Klären Sie die Bewilligungsfrage vor der Offerte. Rein innere Umbauten sind in vielen Kantonen bewilligungsfrei, Eingriffe in tragende Bauteile, Fassade oder Fenster dagegen nie. Eine Voranfrage bei der Gemeinde kostet nichts und verhindert Monate Verzug.

  2. Rechnen Sie 10 bis 15 Prozent Reserve ein. Bei Bestandsbauten treten Überraschungen bei Leitungen, Feuchtigkeit und Schadstoffen regelmässig auf, vor allem bei Gebäuden aus den 1960er- bis 1980er-Jahren.

  3. Prüfen Sie Fördergelder vor Baubeginn, nicht nachher. Die meisten kantonalen Beiträge werden nur ausbezahlt, wenn das Gesuch vor Arbeitsbeginn eingereicht wurde.

  4. Bündeln Sie Massnahmen im selben Raum. Wer das Bad ohnehin öffnet, sollte Leitungen, Elektro und Lüftung gleich mitmachen. Ein zweiter Eingriff in fünf Jahren kostet ein Vielfaches.

  5. Planen Sie altersgerecht, auch wenn Sie 45 sind. Schwellenlose Übergänge, Türbreiten ab 80 cm und verstärkte Wände im Bad kosten beim Umbau wenig und beim Nachrüsten viel.

Fazit: Qualität schlägt Quadratmeter

Die stagnierende Wohnfläche von 46,6 m² pro Person ist das prägende Signal der Wohntrends Schweiz 2026. Gefragt sind Massnahmen, die den Bestand besser machen: barrierearme Bäder, nachrüstbare Gebäudetechnik, flexible Grundrisse und eine energetische Sanierung in der richtigen Reihenfolge.

Entscheidend ist dabei weniger die einzelne Massnahme als die Reihenfolge und Koordination. Genau hier entstehen die meisten Kostenüberschreitungen bei Schweizer Umbauprojekten.

Kurt Projekte plant, koordiniert und überwacht Renovationen, Umbauten und Neubauten in der Deutschschweiz, von der ersten Kostenschätzung bis zur Schlussabnahme. Kontaktieren Sie Kurt Projekte für eine unverbindliche Beratung zu Ihrem Projekt.

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