Renovation Kosten Schweiz 2026: Die echten Zahlen
Die Schweizer Baupreise sind zwischen Oktober 2025 und April 2026 um 0,6 Prozent gestiegen, über zwölf Monate um 1,0 Prozent. Das meldet das Bundesamt für Statistik in seiner Erhebung vom April 2026. Klingt harmlos. Bei einem Budget von CHF 300'000 sind das aber bereits rund CHF 3'000 zusätzlich, und die Teuerung ist selten der Posten, der ein Projekt tatsächlich sprengt.
Wer die Renovation Kosten in der Schweiz realistisch planen will, braucht zwei Dinge: belastbare Richtwerte pro Quadratmeter und eine Reserve für das, was hinter der Wand zum Vorschein kommt. Beides finden Sie hier, mit aktuellen Zahlen für 2026.
Renovation Kosten Schweiz: die Richtwerte pro Quadratmeter
Die Spannweite ist gross, weil «Renovation» alles bedeuten kann: vom neuen Anstrich bis zur Totalsanierung mit Grundrissänderung. Diese Bandbreiten gelten 2026 als Orientierung.
CHF 750 bis 2'500 pro m²: Gesamtsanierung eines Wohnobjekts. Der Mittelwert liegt bei rund CHF 1'500 pro m².
CHF 150'000 bis 400'000: Totalsanierung eines Einfamilienhauses. Standardausbau bewegt sich bei CHF 150'000 bis 250'000, gehobener Ausbau bei CHF 250'000 bis 350'000.
Ab CHF 500 pro m²: einfache Teilrenovation mit Böden, Maler- und Gipserarbeiten. Der Einstieg für Vermieter zwischen zwei Mietverhältnissen.
CHF 3'000 pro m² und mehr: Luxusausbau, Anbau oder denkmalpflegerisch begleitete Ausführung.
Plus/minus 25 Prozent: regionale Abweichung. Zürich, Genf und Basel liegen über dem Schnitt, ländliche Regionen darunter.
Was die einzelnen Gewerke kosten
Die meisten Projekte starten nicht mit einer Totalsanierung, sondern mit einem einzelnen Raum. Diese Zahlen helfen beim ersten Kostenrahmen.
CHF 2'500 bis 7'500 pro m² beim Badezimmer. Ein 8 m² grosses Bad im mittleren Standard liegt damit bei CHF 28'000 bis 40'000. Preistreiber sind Leitungsverlegungen und bodenebene Duschen.
Ab CHF 20'000 für die Küche. Nach oben offen: Geräteklasse, Fronten und Steinabdeckung verdoppeln den Betrag ohne weiteres.
CHF 8'000 bis 20'000 für die Fassadenrenovation. Kommt eine Aussendämmung von 14 cm dazu, rechnen Sie mit CHF 250 bis 300 pro m² Fassadenfläche.
CHF 5'000 bis 15'000 an Nebenkosten. Entsorgung, Baubewilligung, Gerüst und Zwischenlagerung tauchen in Offerten oft gar nicht auf und werden entsprechend selten budgetiert.
Warum zwei Offerten für dasselbe Haus so weit auseinanderliegen
Wenn zwei Unternehmer für dasselbe Objekt CHF 180'000 und CHF 310'000 offerieren, ist meist keiner von beiden unseriös. Drei Faktoren erklären den Unterschied.
Der Zustand der Bausubstanz: Bei Gebäuden vor 1980 sind Asbest, feuchte Kellerwände und veraltete Elektroinstallationen die Regel, nicht die Ausnahme.
Der Leistungsumfang: Die eine Offerte enthält Planung, Bauleitung und Abnahme, die andere nur die Ausführung. Ohne einheitliche Gliederung vergleichen Sie zwei verschiedene Projekte.
Die regionale Teuerung: Im April 2026 verzeichnete das Tessin mit 1,4 Prozent den stärksten Preisanstieg, gefolgt von der Zentralschweiz mit 1,3 Prozent (Bundesamt für Statistik). Der Baupreisindex wird halbjährlich per 1. April und 1. Oktober publiziert.
5 Tipps für ein Renovationsbudget, das hält
10 bis 20 Prozent Reserve einplanen. 10 Prozent gelten als Minimum, bei Altbauten mit unbekannter Substanz sind 20 Prozent die realistischere Grösse. Vermieter legen zusätzlich jährlich 1 bis 1,5 Prozent des Gebäudeversicherungswerts zurück.
Gewerke bündeln statt stückeln. Fassade, Fenster und Dach im selben Zug sanieren spart das Gerüst zweimal. Wer Fenster drei Jahre später ersetzt, zahlt Einrichtung und Aufbau ein zweites Mal.
Alle Offerten nach derselben Gliederung einholen. Geben Sie eine einheitliche Kostenstruktur nach eBKP-H oder SIA vor. Erst dann sind Preise vergleichbar und Lücken sichtbar.
Fördergelder vor Baustart abklären. Beiträge aus dem Gebäudeprogramm und kantonalen Programmen werden in der Regel nur bewilligt, wenn das Gesuch vor Baubeginn eingereicht wurde. Wer zuerst baut, verliert den Anspruch.
Bewilligungspflicht früh prüfen. Innenrenovationen sind oft bewilligungsfrei, Eingriffe in Fassade, Dach oder Gebäudehülle meist nicht. Die Regeln sind kantonal unterschiedlich, und ein nachträgliches Baugesuch kostet Wochen.
Fazit: Der Richtwert ist der Anfang, nicht das Budget
CHF 750 bis 2'500 pro m² sind eine brauchbare erste Einordnung. Wo Ihr Projekt innerhalb dieser Spanne landet, entscheiden Bausubstanz, Ausbaustandard und Region, nicht der Durchschnitt. Ein sauber definierter Leistungsumfang und eine Reserve von 10 bis 20 Prozent verhindern in der Praxis mehr Kostenüberschreitungen als jede Verhandlung über den Quadratmeterpreis.
Sie planen eine Renovation und möchten wissen, wo Ihr Objekt realistisch liegt? Kontaktieren Sie Kurt Projekte für eine unverbindliche Beratung. Wir prüfen Ihre Ausgangslage, strukturieren die Kosten und begleiten das Projekt von der Offerte bis zur Abnahme.
Quellen: Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Baupreisindex April 2026 (publiziert 18. Juni 2026); Marktübersichten zu Sanierungs- und Gewerkekosten Schweiz 2026.
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